Meine Ausbildung begann ich in Madrid als ziemliche Studentin des Hegelianers Jose-Maria Ripalda, ich lernte Schlachtengemälde von Hotelführern zu unterscheiden und machte die Sonnenuntergänge verantwortlich für die Farben weiß und noch viel weißer. Daraufhin entstanden ätherische Wandmalereien im Glanze.
Dann ging ich nach Paris und wurde vom Blitz im Auge geheilt. Die unbeschwertesten Stunden verbrachte ich bald in den Wohnungen der Dissidenten, welche auf dem Sofa saßen und die Mütter schlagartig zu Kommilitonen verwandelten. Dazu hatte mir maßgeblich Bernhard Johannes Blume, Gott hab ihn selig, verholfen, er hüpfte ja bekannter maßen wie ein Wilder mit seiner Mutter auf dem heimatlichen Kanapee herum. Ich halte mir zu Gute, dessen stumme Studentin ebenfalls gewesen zu sein.
Daraufhin entstanden Regenschirme in Aquatinta, gelblich und froh, welche ich am Lockenkopf befestigte an einem lückenlosen Engel. Solcherart Zeitvertreib berechtigte mich, zielgerichtet und treffsicher Leinwände anzuvisieren, in dem ich Attacke brüllte und dann Karl den V. an der Dornenkrone überholte. Demzufolge erhielt ich eine beachtliche Auszeichnung in der Nähe Sloweniens. Das blutrünstigste jedoch geschah in Madrid. Da habe ich asthmatische Allgemeinärztinnen und Allgemeinärzte aus dem Tafelbild befreit. Zyklisch angeordnet haben sie konzeptuell und stichhaltig ihre Hinrichtungen überlebt.
Seitdem halten wir zusammen das Oeuvre und ich. Wir sind Freunde, heilige Freunde und immer geradeaus. Wie der Sheriff, so gehen wir die Straße geradeaus hinauf und geradeaus wieder hinunter.
Deshalb besitzt das Oeuvre einen Canto, es steht für sich, mal so und mal so. Außerdem bin viel im Landkreis unterwegs und schau mir alles an, leider kenne ich da niemanden. Damals als ich in Rom war, verlieh ich meistens meinen Hammer in der Auktion und hatte aus diesem Grund wenig Zeit für die Heimat.
Jetzt bin ich wieder da.

Gila Stolzenfuß
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